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Alles im Eimer

Kosmos :: 2002 :: ca. 18 €
Stefan Dorra

8,3
Der Titel trifft bei diesem Spiel nicht zu. "Alles im Eimer" ist ein spannendes und spaßiges Familienspiel, bei dem sich taktisches Geschick und Glück die Waage halten. Außerdem ist jede Menge Schadenfreude mit dabei. Die Spielidee ist neu und gut durchdacht. Kleinere Kritikpunkte an der Ausstattung trüben das Spielvergnügen nicht.

Spieler: 2-6 :: Alter: ab 8 :: Dauer: 20-40 min. Genre: Glück/Taktik


"Alles im Eimer" ist eigentlich ein erweitertes Kartenspiel. Die Spieler erhalten aus einem Stapel jeweils zwölf Karten, die mit verschiedenen Tiermotiven bedruckt sind. Dabei gibt es Kartenwerte von eins bis acht.
Gleichzeitig verfügen die Spieler über 15 Blecheimer, jeweils drei in einer Farbe.
Diese Eimer müssen zu einer Pyramide aufgetürmt werden, wobei die Taktik darin besteht, die Eimer so anzuordnen, dass man am Ende des Spiels mehr davon behalten hat, als die Mitspieler.
Es können mit den Karten nämlich Angriffe auf die gegnerischen Pyramiden gestartet werden und sind die Eimer unglücklich angeordnet, oder hat man seine eigenen Karten nicht optimal ausgespielt, schrumpft die Zahl der eigenen Eimer sehr schnell zusammen.

Abgesehen von einer großen Portion Glück beim Kartenziehen, erfordert das Spiel taktische Finesse. Durch Bluffs und gewitzte Spielweise kann man die Mitspieler leicht an der Nase herumführen und schadenfroh zusehen, wie die Pyramiden der anderen in sich zusammenfallen.


Die Druck- und Kartonqualität ist - typisch für Kosmos - von sehr hoher Qualität. Die Eimer bestehen aus stabilen Kartonteilen, die sehr gut vorgestanzt sind und bei normaler Behandlung sicher sehr lange halten.
Folgendes hat uns nicht so gut gefallen: Die Karten mit den aufgedruckten Tieren haben - anders als klassische Spielkarten - ein Oben und Unten. Dadurch ist man ständig am sortieren und umdrehen. Vor allem deshalb, weil die Zahlenwerte leicht zu verwechseln sind. Die Schrift ist etwas unglücklich gewählt - vor allem die sieben und die vier wurden bei unseren Probespielen immer wieder mal verwechselt.
Die Mankos stellen kein ernsthaftes Problem dar und trüben auch nicht die Spielfreude, dennoch hätte man hier durch das Zurückgreifen auf bewährte Motivanordnung und Schriften einiges gewinnen können. Auch die Spielanleitung ist teilweise etwas umständlich formuliert.


"Alles im Eimer" ist ein Spiel, das mit einfachen Regeln auskommt und schnell aufgebaut ist. Es verzichtet auf Berge von Spielmaterial und fesselt dennoch für Stunden, denn mit einer Runde ist es meistens nicht getan. Man kann Stefan Dorra zu der Spielidee nur beglückwünschen und den Liebhabern von simplen aber unterhaltsamen Familienspielen eine dringende Kaufempfehlung aussprechen.

mike