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Zug um Zug Europa

Days of Wonder :: 2005 :: ca. 30 €
Alan R. Moon

9,3
Ein sehr gutes Spiel ist noch besser geworden: Die Fortsetzung von Zug um Zug (Spiel des Jahres 2004) bringt eine Reihe kleiner Verbesserungen mit sich, die den Spielspaß noch steigern. Die augenscheinlichste Neuerung ist, wie der Name schon verrät, dass das fröhliche Streckenbauen jetzt in Europa stattfindet.

Spieler: 2-5 :: Alter: ab 8 :: Dauer: 45 min. Genre: Taktik


Das Spielprinzip basiert auf dem erfolgreichen Vorgänger. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Neuerungen in der Europa-Version.

Europa-Karte
Wie bereits eingangs erwähnt zeigt das Spielfeld jetzt nicht mehr die USA sondern Europa im Zeitalter der Eisenbahnvernetzung. Weil man als Europäer damit natürlich besser vertraut ist, findet man sich auf dem Spielplan besser zurecht.

Langstrecken-Zielkarten
Jeder Spieler erhält zu Beginn des Spiels eine Langstrecken-Zielkarte. Im Vergleich zur Original-Version sind die Siegchancen dadurch von Beginn an besser verteilt. Es kann so nicht passieren, dass ein Spieler nur Karten mit kurzen Strecken erhält , mit denen er weniger Punkte machen kann.

Fähren
Auf der Karte ist nun auch der Streckenbau über Fähren möglich. Allerdings ist dies sehr kostspielig, denn es müssen gleich mehrere vorgegebene Lokomotivkarten eingesetzt werden.

Tunnel
In Gebirgs-Gebieten besteht nun die Möglichkeit, die Strecken durch das Anlegen eines Tunnels zu verkürzen. Dazu braucht man aber auch eine Portion Glück. Nach folgendem Mechanismus werden Tunnel besetzt: Zuerst deckt man die Anzahl der Handkarten auf, die der Länge des Tunnels entspricht. Dann werden vom Kartenstapel die gleiche Anzahl Karten aufgedeckt. Nun sollte der Spieler jede der Stapel-Karten nochmal auf der Hand haben. Ist das nicht der Fall, muss er aussetzen. Das "Bohren" eines Tunnels ist also eine sehr risikoreiche Angelegenheit (wie in Wirklichkeit auch).

Bahnhöfe
Neu im Spiel sind auch Bahnhöfe. Vom Vorgänger kennt man die Situation, dass man seine Zielkarte nicht erfüllen kann, weil die Gegner sämtliche Strecken verbaut haben. Mit dem Bahnhof kann ich eine Strecke eines Gegners mitbenutzen. Allerdings lohnt es sich auch, die drei Bahnhöfe, die jeder Spieler erhält, bis zum Schluss aufzuheben, denn jeder davon bringt 4 zusätzliche Punkte.


Die Austattung ist genauso schön wie beim Vorgänger. Days of Wonder hat lediglich einige sinnvolle Änderungen durchgeführt. So sind die Waggon-Karten etwas größer und dadurch einfacher zu mischen. Natürlich braucht man dadurch etwas mehr Platz auf dem Tisch. Schön ist auch, dass an Spieler mit Farbenschwäche gedacht wurde und zusätzlich noch Symbole auf dem Spielbrett und den Karten angebracht wurden. Darüber hinaus wurden die Städte farblich etwas hervorgehoben, was auch zur Übersichtlichkeit beiträgt.


Zug um Zug ist in der Originalversion ein tolles Spiel, in der Ausgabe "Europa" ist es um einen Tick besser geworden, was sich auch in der Stromausfall-Wertung niederschlägt. Ob sich der Kauf lohnt, wenn die Original-Verision bereits im Spieleregal steht, muss jeder für sich selber entscheiden. Wer noch kein "Zug um Zug" sein Eigen nennt, sollte auf jeden Fall zuschlagen!

rob