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Cluedo Live

Parker/Hasbro :: 2004 :: ca. 45 €
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8,0
Hasbro hat dem guten alten Detektivspiel "Cluedo" eine Frischzellenkur verpasst. Nach "King Arthur" ist Cluedo Live das zweite Brettspiel der neueren Generation mit Computerchip und Sprachausgabe. Die Elektronik wirkt dabei nicht aufgesetzt sondern erweist sich als sinnvolle und spaßige Ergänzung. Das Spielgefühl des Klassikers ist erhalten geblieben - und es können jetzte schon zwei "Schnüffler" antreten. Etwas kostspielig aber den Preis wert!

Spieler: 2-4 :: Alter: ab 8 :: Dauer: ca. 60 min. Genre: Detektiv


Vier Adelige werden auf einem Landschloss mit einem Mord konfrontiert und müssen nun Täter, Tatort und Tatwaffe herausfinden. Wer es als erster schafft gewinnt.
Dem Rätsel kommen die Spieler durch das Ausschließen von Personen, Orten und Gegenständen auf die Spur, die im Verlauf des Spiels auftauchen und deshalb nicht für die Tat in Frage kommen weil Täter, Tatort und Tatwaffe (in Form von Karten) vor dem Spiel zufällig ausgewählt und dann unbesehen beiseite gelegt wurden.
Dieses Spielprinzip funktionierte schon beim klassischen Cluedo recht gut und tut es auch bei Cluedo Live. Der Unterschied besteht darin, dass die Spieler nicht mehr würfeln müssen um Räume zu betreten. Das erledigt der Computer indem er die Charaktere dazu auffordert. Das tut der Sprachchip zwar etwas krächzend aber meist hinreichend gut verständlich.
Die Spieler bewegen ihre Figuren nach Aufforderung in den Raum ihrer Wahl (auf dem sich ein Sensor befindet) und können dort (das ist auch neu) verschiedene Charaktere befragen, die sich gerade am selben Ort aufhalten. Das geschieht, indem man sich die Hinweiskarte ansieht, die vor den Augen der Mitspieler geschützt in einer Hülle mit dem Aufdruck des jeweiligen Charakters steckt.
Erst wenn der Komissar ins Spiel kommt (im späteren Spielverlauf) und man mit ihm im selben Raum ist, kann man versuchen Anklage zu erheben, sprich das Rätsel zu lösen. Vorher hat man auf seinem Tabellenblatt möglichst alle Personen, Orte und Gegenstände abgekreuzelt, die nicht in Frage kommen so dass eigentlich nur die drei Richtigen übrig sein müssten.


Cluedo Live beeindruckt durch ein dreidimensionales Spielbrett, das erst einmal zusammengebaut werden will. Der Sprachchip am oberen Rand des Spielbretts wird geschickt hinter der Plastikkulisse eines Schlosses versteckt. Witzig: Die Knöpfe, mit denen die Spieler mit dem Minicomputer kommunizieren sind als Büsche getarnt. Anders als bei "King Arthur" wird der Kontakt der Spielfiguren mit dem Spielbrett durch eine Art Schalter in der Unterseite der Figurensockel ausgelöst, was wohl zuverlässiger funktioniert. Wir hatten während unserer Spiele keine Probleme mit der Technik. Selten musste ein Spieler ein zweites Mal auf die Figur drücken um die Aktion auszulösen.
Die Ausstattung kann sich auf jeden Fall sehen lassen, obgleich man Vielspielern raten muss, die Charakterkarten-Hüllen mit Tesa zu verstärken, denn sie sind etwas filigran geraten und knicken durch das fortwährende herausziehen und zurückstecken der Karten recht leicht.
Schade ist, dass man das Spiel nicht komplett aufgebaut in der Schachtel unterbringt.


Cluedo Live bietet tatsächlich das Flair eines Agatha Christie-Bühnenstücks. Der Sprachchip mit den verschiedenen, professionellen Stimmen und den Umgebungsgeräuschen trägt viel zu dieser Stimmung bei. Schön wäre, wenn die Sprachausgabe einen Tick klarer ausgefallen wäre.
Durch das Wegfallen des Würfels wird das gute alte Cluedo etwas flotter und lässt sich in kürzerer Zeit spielen. Schön ist auch, dass jetzt zwei Spieler gegeneinander antreten können, schade aber, dass bei vier Spielern Schluss ist.
Dennoch: Cluedo Live ist für mich ein positives Beispiel, wie man durch Elektronik ein Brettspiel ergänzen kann.
Ich denke, dass vor allem jüngere Spieler, denen das klassische Cluedo etwas zu angestaubt vorkommt, durch Cluedo Live einen Zugang zu diesem wirklich schönen Detektivspiel finden.

mike